Fast 20 Jahre habe ich darauf gewartet, gestern war es soweit: Madonna – Live in Concert.
Als ich im Fruehling 1989 mit Like a Prayer meine erste Madonna LP kaufte, wars um mich geschehen: Zwar kannte ich ihre Musik schon, aber nun war ich ein Fan. Jedes Lied kannte ich beinahe auswendig und die Musik war ein stetiger Begleiter. Die Bravo und Pop Rocky Poster waren in meinem Zimmer sicherlich drei Jahre omnipraesent und mein sehnlichster Wunsch war ein Konzertbesuch. Leider mied sie die Schweiz immer – bis gestern.
Unser Car fuhr bereits um 12.30 Uhr in Solothurn los und so waren wir bereits kurz vor 14 Uhr in Duebendorf. Im Wissen dass Frau Ciccone erst um neun loslegen wuerde waren wir ein wenig ratlos warum wir eigentlich so frueh waren – ich weiss es bis heute nicht. Die Tueroeffnung war auf 15.30 Uhr angesagt, offen war sie schlussendlich um 16 Uhr – wobei wir bereits bei der katastrophalen Organisation am gestrigen Abend sind. Stundenlang liess man die Leute bei sengender Hitze warten – ohne Sonnenschutz und ohne Moeglichkeit Sonnencreme oder einen -hut zu kaufen (den wie ueblich zu teuren Merchandising Stand mal ausgenommen). Als man um 16 Uhr dann endlich reindurfte, kam man nicht etwa vor die Buehne – nein, mann musste hinter der Tribuene weiter warten. Zuerst wurde man von irgendwelchen netten Stewarts zusammengeschissen, mal soll sich gefaelligst setzen (sind wir hier in einem Gefangenenstraflager?) und dann wurde im Minutentakt wiederholt, dass Madonna in wenigen Augenblicken den Soundcheck starten wuerde und dass man dann reindarf. UEber eine Stunde spaeter brach dann wohl irgendein Gitter oder ich weiss nicht warum – aber ploetzlich stuermten tausende von Leuten moeglichst schnell durch den Engpass, der sich Eingang nennt und da wir inmitten der Leute waren mussten wir zwangsweise das Thema mitgehen. Demjenigen, der mich ueberrennen wollte und dann unsanft von meinem Ellbogen gestoppt wurde – sorry! Ich war wuetend ob der absolut hirnrissigen Organsation. Hier zwei kleine Filmchen wie das ungefaehr aussah:
Vor der Buehne ein aehnliches Bild: Wie beim Groenemeyer Konzert in Bern oder beim U2 Konzert in Zuerich gab es einen “Inner Circle” und die ersten 7’000 Leute durften in die vordersten Reihen. Da wir schon mal vorne waren, gingen wir mit und wurden auch hier beinahe erdrueckt. Warum verteilt man die 7’000 Baendel nicht den ersten 7’000 Leuten, welche teilweise schon um 14 Uhr dort waren? Ich verstehe es nicht. Als wir dann drinnen waren das naechste Problem: Wo gibts Verpflegung oder Toiletten? Die Loesung: draussen. Man musste also wieder raus zu ein paar Toitois und wenn man sich verpflegen wollte, haette man – so war die Idee der Organisatoren – wieder um die ganze Tribuene zurueck muessen, entgegen der ganzen Besuchermassen, die sicher noch am reinkommen waren (siehe Filmchen). Zum Glueck gab es ein paar einsichtige Securities welche sehr schnell merkten, dass es so nicht geht und sie oeffneten die Notausgaenge. Zuerst fuer die Baendelbesucher des Innercircles und spaeter fuer alle. Waehrend wir reingingen war Madonna uebrigens immer noch am Soundcheck. Hier ein paar Bilder davon:
Um 18 Uhr dann das naechste Highlight: Der Auftritt der Patrouille Suisse. Dank der moderierten Ansage lernte man auch was von den Duebendorfer Geographie. Aus Richtung Wangen kommt die Alinghi und aus Richtung Bassersdorf das Matterhorn. Wer sich jetzt irgendwelche Boote oder Gebirge vorstellt, irrt nur wenig. Es waren dies Figuren der Flugtruppe. Hier ein paar Bilder davon:
Die Flugshow war einmal mehr ein Riesenspektakel und die meisten hatten wohl Freude daran. Daraufhin kam die schwedische Robyn als Vorgruppe. Ein Lied hoerte ich mit, waehrend der restlichen Zeit kontrollierte ich einmal mehr die Notausgaenge und vor allem die Anzahl der Toiletten – es hatte genuegend. An den sanitarischen Einrichtungen und auch an Cateringstaenden mangelte es nicht.
Kurz nach neun kam dann der Moment, auf den alle gewartet hatten: Madonna. Sie bot ein rund zweistuendiges Riesenspektakel und auch wenn es viele Leute hat, die Muehe damit hatten, dass Madonna eine der Topacts ist, die kein Problem damit hat zu zeigen, dass nicht alles Live ist oder vielleicht mit der Songauswahl nicht zufrieden waren – mir hats gefallen. Die 20 Jahre Wartezeit hatten sich gelohnt und die sieben zusaetzlichen Stunden konnten meine Begeisterung fuer das Konzert zum Glueck nicht schmaelern. Trotzdem : Good News- bitte hinter die Buecher…
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